![]() Wiederaufnahme des Schulunterrichts Mit Beginn des Jahres konnte der Schulunterricht durch Lehrer Bopf von Obbornhofen wieder aufgenommen werden. Der Unterricht wurde mit einem gutbesuchten Gottesdienst in der Kirche eröffnet. Hungersnot Die Zeit nach dem Kriege war gekennzeichnet durch Hungersnot. Waren die zugemessenen Rationen schon in der Zeit des Krieges sehr knapp bemessen gewesen, so genügten die Zuteilungen nach dem Krieg nicht mehr bei den Bewohnern in der Stadt, ihr Leben zu fristen. Sie kamen daher in großen Scharen auf das Land, um sich zusätzlich etwas Lebensmittel zu beschaffen. Daß bei gewissenlosen Leuten auf dem Land die Not der Hungernden auch ausgenutzt wurde, um sich auf unrechtmäßige Weise zu bereichern, bedarf keines besonderen Hinweises. Doch sind dem Berichterstatter besonders krasse Fälle, wie man sie manchmal von anderen Orten hörte, nicht bekannt geworden. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß sie nicht vorgekommen wären.
Auch an Kleidung, Wäsche und an allen zum täglichen Leben notwendigen Dingen herrschte großer Mangel. Viele hatten durch Bombenschaden alles verloren. Altes war aufgebraucht, Neues gab es nur gegen Bezugscheine, die nur in ganz kleinen Mengen an die Allerbedürftigsten ausgegeben wurden. "Können Sie sich vorstellen, was eine solche Gabe bedeutet, wenn man in einem Haushalt von ca. 35 Personen bis zur neuen Ernte ungefähr noch mit 3 Ztrn auskommen soll und hier in der Gegend keine Möglichkeit sieht, auch nur einen Rucksack voll zu bekommen? Und dann bekommt man soviel, daß bei sparsamer Haushaltung der Anschluß an die neue Ernte gesichert ist!" Ankunft von Flüchtlingen Im Februar des Jahres kam der 1. Transport von aus der Tschechoslowakei ausgewiesenen Volksdeutschen. Im Juni kam ein 2. Transport und im Laufe des Sommers noch ein Transport Ungarn.
Die meisten der Ausgewiesenen gehörten der kathol. Confession an. Einige waren altkatholisch und nur 2 Familien waren evangelisch.
Besonders im Herbst war die Nachfrage nach Obst sehr groß. Schon mit den Frühzügen kamen große Scharen aus dem Siegerland, aber auch aus den Vogelsbergdörfern und fragten nach Obst. Viele, wenn sie im Ort nichts bekommen hatten, gingen geradeswegs aufs Feld und füllten sich dort die mitgebrachten Taschen und Säcke. Andere machten gar nicht den Versuch erst, im Dorf etwas zu bekommen, sondern gingen direkt aufs Feld und stahlen sich da, was sie suchten. |
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