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1951

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Pfarrer Gerich und Frau verlassen Bellersheim
Pfarrer Gerich rüstet zu seinem Abschied aus seiner Gemeinde, in der er über 20 Jahre diente. Am Abend des 7. März brachte der Gesangverein dem scheidenden Pfarrersehepaar einige Lieder zum Abschied, wobei der Bürgermeister Müller ihm herzliche Abschiedsworte widmete und den Dank der Gemeinde für die treue Arbeit aussprach. Pfarrer Gerich antwortete mit zu Herzen gehenden, oft auch humorvollen Worten, in denen noch einmal die Vergangenheit vor Augen trat, besonders auch die 2 mal neu angeschafften Glocken. Am 8. III. fand dann der Umzug nach Gießen statt.

Bethel-Lichtbilder
Kurze Zeit später, am 13. III. besuchte uns ein Diakon aus Bethel auf seiner Vortragsreise mit Lichtbildern. Der Abend in der Kirche, der recht gut besucht war, hat uns einen Einblick in die großen Anlagen in das "Städtgen" Bethel gegeben und vor allem in seine segensreiche Arbeit. Tiefbeindruckt gingen Erwachsene und Kinder nach Hause. Die Nachwirkung dieser Lichtbilder und des Vortrags zeigte sich darin, daß der Kindergottesdienst nun eifrig Silberpapier und Briefmarken sammelt, um diese Sachen der Brockensammlung und Briefmarkenstelle in Bethel zuzuschicken.

Osterfreude für Ostzonenkinder
In dieser vorösterlichen Zeit gedachte der Kindergottesdienst aber auch der Kindergottesdienstbesucher in Altendambach - unserer Patengemeinde in der Ostzone. Es bedurfte nur einer kleinen Anregung, den Kindern dort eine kleine Osterfreude zu bereiten und schon waren unsere Kinder "Feuer und Flamme" dafür. Jetzt ging es daran, sich darüber Gedanken zu machen, was man zur Osterfreude schicken könnte. Einige Kinder packten selbst kleine Päckchen mit "Woll-Eiern" oder ähnliches und versahen diese mit ihrem Namen, andere brachten Geldbeträge, für die der Pfarrer Schokolade kaufte. Die Kinder, die ihren Namen angaben, kamen so mit Kindern aus der Partnergemeinde in Briefverkehr und schlossen so ein Freundschaftsband über die Zonengrenze hinweg. Diese "kleine" Paketaktion aber brachte ebenso große Freude nach drüben wie die "große" Paketaktion bei den Erwachsenen.

Unsere Glocken im Radio
Am Gründonnerstag dieses Jahres wurde nun auch endlich unser neues Geläute von der "Rundschau aus dem Hessenland" auf Band aufgenommen. Unsere Glocken läuteten dann an einem Samstag im August den Sonntag ein und sandten so einen Gruß an alle auswärtigen Bellersheimer Gemeindeglieder.

Keine Konfirmation
Da in diesem Jahr keine Schulentlassung stattfand, hatte der Kirchenvorstand beschlossen, auch keine Konfirmation zu halten. Wenn auch Schulentlassung und Konfirmation nicht zusammen liegen müssen, so nahm man auch diesmal noch Rücksicht darauf, da Eltern und auch Lehrer der schwierigen Erziehungsfrage in unserer Zeit wegen keine vorzeitige Konfirmation wünschten.

Kirchenältestentag zu Bellersheim
An Fronleichnam (24.5.) berief der reformierte Vertreter in der Kirchenleitung, Herr Pfarrer Eitel, Wölfersheim die reformierten Pfarrer und Kirchenältesten unsrer Gegend zu einem Kirchenvorstehertag zusammen. Über 30 Kirchenvorsteher aus den umliegenden reformierten Gemeinden kamen nach Bellersheim, wo im Gemeindesaal die Tagung stattfand. Lorengel, Wölfersheim hielt die Andacht und Pfarrer Eitel, der den Tag auch leitete, hielt ein Referat über Aufgaben der Kirchenältesten. Mittags waren die Teilnehmer bei verschiedenen Familien unsrer Gemeinde zu Gast und nachmittags kamen wir noch einmal zur Aussprache zusammen.

Frau Heß hält Kindergottesdienst
In diesem Sommer übernahm die Schwester des Ortspfarrers, Frau Tilly Heß, eine Kriegerwitwe, den Kindergottesdienst, da der Stelleninhaber in dieser Zeit nach dem Gottesdienst Christenlehre hielt. Die Erfahrung des Jahres 1950, da der Pfarrer den Kindergottesdienst vor und die Christenlehre nach dem Gottesdienst hielt, zeigte, daß der Besuch des Kindergottesdienstes durch die frühe Zeit am Sonntag stark zurückging. Deshalb war der Stelleninhaber froh, daß durch diese Lösung - der Kindergottesdienst wird dann im Gemeindesaal gehalten - die Frage erledigt war.

Mädchenkreis
Im Winterhalbjahr begann nun auch die Frau des Pfarrers mit der Schwester des Pfarrers mit verschiedenen Mädchenkreisen, in die beide sich teilten. 3 Jugendgruppen und 1 Gruppe der Konfirmierten.

Männerarbeit?
Außerdem wurde wieder wie auch im Vorjahr versucht, die Männerarbeit fortzuführen. Während im letzten Jahr doch wenigstens 6-8 Männer regelmäßige Besucher da waren an den Abenden, so mußten wir in diesem Jahr feststellen, daß keiner kam. Auch als an einem Abend ein auswärtiger Männerwerksmitarbeiter sprechen sollte, erschien niemand, obwohl diese Veranstaltung durch die Ortsschelle bekanntgemacht wurde. Eigenartig, wo doch die Männer sonst zum Gottesdienst treu kommen. Ob dies nur eine äußerliche Gewohnheit ist? Gegen alles Neue spürt man jedenfalls einen Widerspruch und Ablehnung.

Mitte Dezember kam noch einmal Missionar Gebhardt von der Herrnhuter Mission mit einem Farbfilm aus Nicaragua und der Arbeit ihrer Mission dort.

 

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