"So langsam kannst auch nur du sein!" Peng, das saß. Ein Satz, der trifft und weh tut. Weil er unbarmherzig eine Schwäche aufspießt, unter der man selbst leidet. Sicher kennen Sie ähnliche Sätze. Solche Worte verletzen, machen klein. Sie sind oft schlimmer als Schläge mit der Faust. Sie nagen, bohren und arbeiten im Inneren weiter.
Worte haben Macht. Einige wenige Worte - ironisch, verächtlich oder süffisant gesprochen - können genügen, um einen Menschen am Boden zu zerstören. Ein Kind, dem ständig gesagt wird "Du hast zwei linke Hände", wird es schließlich glauben und als Erwachsener tatsächlich ungeschickt sein.
Worte haben Macht - zum Glück auch wohltuende oder heilende. Eine Liebeserklärung wie "Du bist das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist" nach zwei Jahrzehnten Ehe baut auf und beflügelt. Und wenn jemand die richtigen tröstenden Worte findet, können sie bei Traurigen neuen Lebensmut wecken.
Worte haben Macht, Leben zu zerstören oder wachsen zu lassen. Wir brauchen und wünschen uns von anderen Worte, die uns beflügeln, Mut machen, hoffen lassen, trösten, uns zu entfalten helfen. Wir sind darauf angewiesen: "Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selbst sagen." (Äthiopisches Sprichwort)
Es ist freilich nicht einfach, unsererseits solche Worte anderen gegenüber zu finden. Leichter stellen sich die Worte ein, die kritisieren und klein machen.
Vielleicht, weil die meisten in ihrer Lebensgeschichte vor allem den negativen Stimmen begegneten und von ihnen geprägt wurden. Deshalb: Wir brauchen die Begegnung mit "treffenden" Worten, die wie Schlüssel unsere Lebenssituation aufschließen und deuten und uns einen guten Weg zeigen.
Ich bin davon überzeugt, dass wir sie im Wort Gottes finden. Es wartet auf uns in den gedruckten Worten der Bibel, versteckt in Menschenworten in Gottesdienst und Alltag. Nicht als moralische Beurteilung, die klein macht, sondern als befreiende Botschaft zum Leben. Dass Ihnen solche Worte begegnen und Kraft geben, wünsche ich Ihnen!